Die Geschichte der Stadt Lützen - Geschichte - Im Mittelalter. Historische Ereignisse der Stadt Lützen, Ur und Frühgeschichte, Mittelalter, Schlacht bei Lützen.  
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Mittelalter

In der Chronik Thietmars(975-1018) von Merseburg wird zum Jahre 1008 über den Bischof Wigbert erwähnt, dass er in den heiligen Hain der Slawen bei Schkölen die Romanuskirche als Zeichen für die Christianisierung des Landes baute. Schon lange vor dieser Zeit war dieses Gebiet von slawischen Stämmen besiedelt.

In den Jahren 1012 bis 1018 verfasste Thietmar, Domherr in Magdeburg, ab 1009 Bischof von Merseburg, als bedeutendster Historiograph seiner Epoche, eine aus 8 Büchern bestehende Chronik (Thietmari Merseburgensis episcopi chronicon). Sie ist vor allem eine wichtige Quelle für die Regierungszeiten Ottos III., Heinrich II. und für die Geschichte der Slawen. Thietmar gehörte zu der Hochadelsfamilie des sächsischen Grafenhauses von Walbeck. Noch heute erhebt sich die Ruine Walbeck auf einem mehr als 20 m hohen Muschelkalkfelsen über dem gleichnamigen Ort an der Aller.

Erstmals im Jahre 1269 wurde die bestehende slawische Siedlung als Lucin erwähnt. Dieses Lucin bedeutet soviel wie Leute, die im Wiesengrund wohnen. Diese ehemalige slawische Siedlung befand sich im südlichen Teil der Stadt, um die später entstandene Stadtkirche Sankt Viti. Die deutschen Siedler konzentrierten sich nördlich des heutigen Marktes. Am Berührungspunkt der slawischen mit der deutschen Siedlung befand sich vermutlich der Markt.

Die Ansiedlung wurde als villa forensis, als Marktflecken bezeichnet.

Urkundlich wird Lützen zum ersten Mal nachgewiesen durch einen Tauschvertrag, datiert vom 14. Mai 1282. Darin wird Lützen als "Marktflecken" vom Kaiser Rudolf I. an den Merseburger Bischof Friedrich von Torgau abgetreten.

In südwestlicher Richtung der alten Siedlung begann 1252 wahrscheinlich Bischof Heinrich von Warin (1243-1265) mit der Errichtung einer Wallgrabenburg in Mitten eines Moores.


Bischof Gerhard von Schraplau (1323 - 1343) belehnte die Edlen von Erfurt mit der vollendeten Burg Lützen.

Da der Ort an der ehemaligen Via Regia, einer der europäischen Haupthandelsstrassen des Mittelalters liegt, hatte er damit auch immer eine strategische Bedeutung. Auf dieser Handelsstrasse war Lützen die letzte Pferdestation und Ausspanne vor der Messestadt Leipzig. So war eine nicht unbedeutende Einnahmequelle für den Merseburger Bischof die Erhebung des Geleitzolles für Durchreisende. Bis ca. 1412 erlegten allein Leipziger Kaufleute eine Summe von 2000 - 3000 Gulden pro Jahr in Lützen.

Im 12. - 13. Jh. Dürfte dann im Rahmen des inneren Landesausbaues des feudalen Staates nördlich an die alte Dorf- und Burgsiedlung die planmäßige Anlage der deutschen Stadt erfolgt sein. Diese bildet im Grundriss ein Rechteck, dessen Strassennetz in Schichtenform aus den drei von Norden nach Süden verlaufenden Straßen.

Die Stadtsiedlung erhielt mit der ersten Dorfsiedlung eine gemeinsame Stadtmauer. Die erste Stadtbefestigung wurde um 1355 angelegt.

Für das 13. Jahrhundert ist in Lützen ein Gerichtsstuhl bezeugt, der am Ende des Jahrhunderts jedoch aufgehoben wurde. Wahrscheinlich bestimmten den Charakter der mittelalterlichen Stadt die ansässigen Handwerker, Bauern und Kaufleute. Lützen war eine typische Ackerbürgerstadt.

Im Jahre 1430 wurde die Stadt und ihre Befestigung von den Hussiten zerstört. Die Wiederherstellung der Mauern währte fast ein Jahrhundert, da der sächsische Bruderkrieg im Jahre 1445 die Stadt noch einmal verwüstete.

Der Merseburger Bischof Vincent von Schleinitz ließ eine Ringmauer mit 8 Toren erbauen. Die Mauern wurden zusätzlich mit Türmen verstärkt. Es gab vier Stadttore.

Das alte Torhaus
Im Norden gab es das Obere oder Leipziger Tor.
Im Osten lag das Knoblochstor, sowie die Schließpforte.
Im Süden das Hospitaltor.
Im Westen befand sich das Schloss- oder Lützentor.

Von der Stadtmauer ist heute nichts mehr erhalten. Eine letzte Photographie des Jahres 1865 zeigt das alte Torhaus am Oberen Tor.

Wappen der Stadt Lützen.  (C) 2000 - 2017
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- 748 Jahre - Stadt Lützen -