Die Geschichte der Stadt Lützen - Bauwerke - Kirchen. Die bedeutendsten Bauwerke der Stadt und Gedenkstätten zu Gustav Adolf in der Verwaltungsgemeinschaft Lützen.  
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Kirchen

Kirche St.Viti (Hans Greschek 1969) Die Stadtkirche des Heiligen Vitus wurde laut einer lateinischen, fest verwitterten Inschriften, die sich an einem Außenpfeiler an der Ostseite des Gebäudes befindet 1488 errichtet und 1513 geweiht.
Sie lautet: Anno mitteno c. quater octagesimo octavo in ceptum est hoc opus. i. n. r. i. ndi me predere videt d. ( Im Jahre 1488 ist dieser Bau begonnen. Im Namen des Königs Jesu. Zerstöre mich nicht, Gott sieht es.)

Wahrscheinlich stand schon eine Kirche an diesen Platz, die aber im Laufe der Zeit zu klein geworden war. Man baute vermutlich die neue Kirche um die alte herum, da man in den Mauern der jetzigen Kirche Steine mit dunklen Zick - Zack - Linien gefunden hat. Diese Steine stammen höchstwahrscheinlich von der früheren Kirche.

Der Baumeister der spätgotischen Kirche war Andreas Döring. Für den Neubau wurde auf Leipziger und Naumburger Messen Geld gesammelt. Trotzdem kam der Bau der Kirche nur langsam voran, dass mit dem Mangel an Mitteln begründet wurde. Die 6 Säulen in der 3-schiffigen Kirche sollten einmal ein Gewölbe tragen, zu dessen Ausführung es nie kam. Erst nach 1506 war das Gotteshaus äußerlich fertig, mit Fenstern und Türen versehen.

Kirche St. Viti: 1530 geweiht - hier Westseite Kirche St. Viti, Nordseite

Die Pflasterung der Kirche fand 1535 mit 5 000 Pflasterziegeln (das Tausend zu 1 Neuschock gleich 2 Taler) statt, 1543 wurde das Gestühl samt Empore eingebaut und auch einige Pfeiler im Inneren errichtet. Nur ein Jahr später wurde die erste kleine Orgel installiert und noch ein Jahr darauf hatte man das 1. Mal die Wände geweißt. Schließlich baute man im Jahre 1561 die erste Kanzel an. Einen herzöglichen Kirchenstuhl bekam St. Viti erst 1689.

Kirche St. Viti: Günther-Säule von Güntherstiftung Kirche St. Viti: Inschrift der Günther-Säule

Ursprünglich besaß das Gebäude zwei Türme. Früher war einst über dem Altarraum als Dachreiter ein Turm, den man 1747 abtrug, in Vermutung er sei baufällig geworden. Jedoch beim Abtragen bestätigte sich die Mutmaßung nicht. Im zweiten 1513 begonnenen Hausmann- oder Glockenturm hängen noch Glocken von 1477, 1510 und 1537. Der Bau des Turmes ging wie der der Kirche nur sehr langsam vorwärts.

In dem Gebetshaus waren zu jener Zeit drei Altäre. Ein Hauptaltar aus 1705, welcher ein Geschenk des im gleichen Jahre verstorbenen Amtseinnehmers Andreas Kirsten war.
Hinter diesem befanden sich Steinreliefs der ersten evangelischen Pfarrer Lützens - Kämpff der ältere und Kämpff der Jüngere. Der erhaltene Taufstein, gespendet von Frau Kommissionsrat und Amtsinspektor Christiane Sibylla Berger, von 1737 besaß damals noch seine Alabasterverzierungen, die aber wahrscheinlich in Kriegsjahren mutwillig entfernt worden.

Kirche St. Viti: Altar Kirche St. Viti: Orgel

Schwere Zeiten der Kirche waren nicht nur, die durch Gewitter verursachten Schäden und Plünderungen durch Kriege. Wie im Jahre 1631, als das Gebäude von Kaiserlichen geplündert wurde.
Die Orgel, welche erst 1550 sich dort befand, war zerstört, der Altar beraubt, die Kirchenbibliothek und das Kirchenbuch in der Sakristei waren zerrissen, sowie die Gräber im Chor hat man aufgebrochen und durchwühlt.


Kurzzeitig diente die Kirche auch als Gefängnis - Franzosen hielten hier Preussen fest. Die kirchlichen Handlungen und Gottesdienste mussten in dieser Zeit in der Hospitalkirche bzw. St. Wolfgangskirche, welche von Papst Sixtus II. 1475 errichtet wurde, abgehalten werden. Nach den Befreiungskriegen wurde die St. Wolfgangskirche, welche nur in Folge der Pest, da der alte Friedhof zu klein geworden war, als Gottesackerkapelle genutzt. Sie wurde dann aber 1815 abgebrochen.

Kirche St. Viti: Pfarrhaus

Die jetzige Stadtkirche des Heiligen Vitus gestaltete man im Inneren 1830 und 1840 im klassizistischen Stil um. Letzte große Veränderungen erfuhr die Kirche 1932 zu den Feierlichkeiten des 300. Todestages Gustav II. Adolfs. Ende 1999 - Anfang 2000 wurde der früher 72 m hohe, aber durch einen gewitterbedingten Brand am 20. Januar 1778 nur noch 66,75 m hohe Kirchturm erneuert.

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