Der Flossgraben

Da die Wälder unseres Gebietes im 16. Jahrhundert bereits weitestgehend abgeholzt waren, musste das Brennmaterial aus den Vogtland und der Gegend um Eisenberg herangeschafft werden. Der billigste Transport war der Wasserweg. So beschloss man den Flossgraben als eine Art "Zubringerkanal" zu bauen.
Die Bauzeit erstreckte sich von 1578 - 1587. Neben den Fronpflichtigen aus der hiesigen Gegend kamen zeitweise 400 Bergleute mit ihren Arbeitsgeräten aus Zwickau. Nach der Inbetriebnahme standen Holzknechte mit langen Stangen am Ufer, um das Hängenbleiben der Scheite zu verhindern. Scheitmeister hatten die Aufsicht über die Scheitplätze, an denen das Holz gesammelt wurde.
Das Wasser wurde von den Bauern zur Feldberieselung verwendet. Die Herrschaften brauchten es zur Füllung ihrer Fischteiche und Schlossgräben.
Das über 270 Jahre währende Holzgeschäft brachte den Kursachsen höheren Gewinn als der Silberbergbau.
Durch den schnelleren Transport mit der Eisenbahn wurde das Holzflößen am 01. Dezember 1864 eingestellt.
Das Flossgrabenwasser aber diente weiter der Bewässerung und trieb die Wassermühlen an. Außerdem war er auch ein gehegtes Fischwasser, was durch die industrielle Nutzung verlorenen ging. Durch den Bau der Zuckerfabrik kam ein weiterer Nutzer hinzu. Bis zu 20 m� Wasser wurden für die Verarbeitung einer Tonne Rüben gebraucht.
Heute hat der Graben seine ursprüngliche Bedeutung verloren.
Die Schließung der Zuckerfabrik und des Gemüseanbaus der Lützener Landwirtschaft machten den Flossgraben wirtschaftlich unbedeutend. Dafür trägt er zur Bereicherung unseres Landschaftsbildes bei. Sein Uferbestand an Pappeln, Erlen, Eschen und Weiden markiert seinen Lauf und bietet Nistgelegenheiten für viele Vögel.







