Die Geschichte der Stadt Lützen - Bauwerke - Das Rathaus Lützens. Die bedeutendsten Bauwerke der Stadt und Gedenkstätten zu Gustav Adolf in der Verwaltungsgemeinschaft Lützen. Sitemap | Favorit | Homepage | Drucken
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Rathaus Lützen

Rathaus (Hans Greschek 1969) Das Lützener Rathaus befindet sich in geringer Entfernung vom Schloss am Markt. Das heutige Gebäude wurde erst im 19. Jahrhundert erbaut.

Das alte Rathaus errichtete man um 1500. Es hatte ein kleines Glöckchen, um die Bürger bei Bedarf auf den Markt zu rufen. Im dazugehörigen Ratskeller wurden auch " Biere und Weine ausländischer Art " ausgeschenkt.

Im 17. Jahrhundert war die Zusammensetzung des Rates wie folgt: 3 Bürgermeister, 3 Kämmerer, 3 Ratsheeren. Das Regiment wechselte jährlich.
Der Rat besaß außerdem einen eigenen Baumeister, einen Weinmeister, sowie einen Zimmermann und Bierbrauer.

Als das Gebäude nicht mehr ausreichend war, wollte man das Rathaus in das Schloss verlegen. Für einen Umbau wurde schon ein Plan und ein Modell erstellt. Jedoch kam es anders als geplant und man begann 1884/85 mit den Neubau des Rathauses am gleichen Platz, wo damals das alte Rathaus stand.
Den Entwurf lieferten die Architekten Hoßfeld und Hinckeldeyn aus Berlin.

Das Gebäude ist im Stile der deutschen Frührenaissance aus sächsischem Sandstein erbaut. In zwei Geschossen, einem Keller und einem Dachboden wurden die Räumlichkeiten folgendermaßen eingerichtet:
Erdgeschoss: Ratskeller mit Gaststube, Küche, Wohnung des Polizeidieners, Wachlokal mit 3 Gefängniszellen
1. Obergeschoss: Stadtverordnetensitzungssaal, Arbeitszimmer des Bürgermeisters, Büro des Magistrats, Polizeibüro, Sparkasse, Kämmereikasse, Volksbibliothek, Pfandkammer
2. Obergeschoss: Amtswohnung des Bürgermeisters,Schlafräume für Ratskellermeister

Noch heute befindet sich im Rathaus der Sitz der Verwaltung und der Verwaltungsgemeinschaft Lützen. Jedoch hat sich die Raumeinteilung der modernen Verwaltungsstruktur angepasst. Das Zimmer des Bürgermeisters und der Stadtverordnetensitzungssaal sind an gewohnter Stelle geblieben. Eine gastronomische Betreuung im Ratskeller besteht nicht mehr.
Das Polizeirevier befindet sich in der ehemaligen Wohnung des Ratskellermeisters; Gefängniszellen gibt es nicht mehr.
Die Wohnung des Bürgermeisters wurde zu Dienstzimmern der Verwaltungsangestellten.





Sandsteinstatue des hier gefallenen Königs
Sehenswert ist das Treppenhaus, das in einen 6-eckigen Anbau gelegt worden ist. Den Abschluss des Treppenhauses bildet ein hölzernes Sterngewölbe. Schon wie das Schloss besitzt das Rathaus auch etwas zur Erinnerung an den schwedischen König Gustav II. Adolf.
An der südwestlichen Ecke im ersten Obergeschoss (Stadtverordnetensitzungssaal) ist eine 2,50m hohe Sandsteinstatue des hier gefallenen Königs an der Außenseite angebracht. Der Entwurf und das Anfangswerk stammen von Ludwig Bruno; der Berliner Bildhauer Lange vollendete die Figur.
Der König ist zeitgenössisch gekleidet und führt einen Feldherrenstab und Degen mit sich.

Die Fassade zeigt an der Marktseite das preussische Wappen, das Lützener Stadtwappen und das Wappen der Provinz Sachsen. Unter dem Erker befindet sich das schwedisch & kursächsische Wappen, an der Krönung des Giebels hält ein Löwe ein Schild mit dem Adler des Deutschen Reichs.
Eines der Sinnbilder am Erker der Westseite zeigt eine Waage (Gerechtigkeit/Justiz) und ein Buch, auf dem das lateinische Wort LEX (Gesetz) steht. Zwischen den Waagschalen ist ein Geldbeutel, auf dem die Zahl 97 000 in goldenen Lettern zu sehen ist, dargestellt. Dadurch soll die Bausumme des Rathauses dokumentiert werden.
Schräg gegenüber dem Rathaus befindet sich der historische Gasthof "Zum Roten Löwen".

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