Gustav Adolf Gedächtniskapelle
Ein drittes Denkmal an der historischen Stätte entstand 1906/1907. Am 06. November 1906 wurde der Grundstein zu einer Gedächtniskapelle gelegt.
10 m südlich vom Schwedenstein erhebt sie sich.Das Bauwerk ist eine Stiftung des am 14. Mai 1907 in Stockholm verstorbenen 94- jährigen Konsul a. D. Oskar Ekman und seiner Gemahlin Marie geb. Lavonius. Der Architekt war Prof. Lars Wahlmann; Baumeister der Leipziger Baurat Julius Zeißig. Das Baumaterial wurde aus den Kalksteinbrüchen bei Freiburg/Unstrut beschafft.
Der Bau verbindet romansierende und barocke Motive. Im Sinne des späten Historismus ist beabsichtigt, eine kennzeichnend "schwedische" Architektur, veranschaulicht mit sinnbildhaftigen Motiven, welche Gustav Adolf als Kreuzritter des Protestantismus, als zweiten Martin Luther, heroisieren.
Das Kiefernholz des Daches brachte man aus Schweden herbei. Die Gestaltung der Überdachung wurde in Erinnerung an ein kieloben stehendes Wikingerschiff vorgenommen.
Das Gebäude ist 23 m lang, 12 m breit und 14 m hoch. Der Turm hat eine Hohe von 28 m und trägt auf seiner Spitze die goldene "Wasa" (eine gebundene Garbe), das Wappen des Hauses Wasa, dem Gustav Adolf angehörte. Auf diesen Hauswappen des Königs steht ein 3 m hohes Kreuz.
Im Turm hängt eine Glocke, die in Stockholm gegossen wurde, mit der Aufschrift: "O Land, Land höre des Herrn Wort!" (Jer. 22 v. 29) Drei große Portale führen aus der Vorderseite in das Innere der Kapelle. Über den Eingängen befindet sich ein Reliefbild des Heldenkönigs als Reiterfigur. Der "Großmachtkönig" Gustav II. Adolf hält sein Schwert hoch empor. Damit soll dokumentiert werden, dass er hier fallend triumphiert und sterbend gesiegt hat. Dieses Bildnis wurde vom Bildhauer O. Strandmann geschaffen.
Im Innern der Kapelle mit ihren kleinen Fenstern und geschnitzten und bemalten inneren Holzwerk, bemerkt man des Königs schwedische Abstammung. Durch die 20 leicht getönten Fenster, welche seitlich das Licht hineinfallen lassen, wirkt die Gedenkstätte im Innern eher dunkel. Zu dem trägt jedes der Fenster ein Wappen, je 10 Darstellungen auf jeder Seite.
Es sind Namen und Wappenbilder von Adelsgeschlechtern, die unter Gustav Adolf gekämpft haben, wie z. Bsp. Robert Douglas oder Arwid Wittenberg. Der Kunstmaler O. Hjortzberg (Stockholm) malte diese Wappengemälde. Ebenfalls hat er das große 3-teilige Epitaphim über dem steinernen Altartisch gestaltet.
Im mittleren Teil des Epitaphims sind Engelsköpfe über dem Schlachtfeld zu sehen. Darunter ist der Kampfgesang Gustav Adolfs, den er in der Morgenandacht hat singen lassen, in schwedisch abgedruckt. Gestiftet wurde dieses Bildnis von Frau Konsul Ekman. Der Entwurf dazu stammte von den Architekten L. Wahlmann, der ja auch der Schöpfer dieser Gedächtniskirche war.
Besonders sehenswert ist auch die reich geschnitzte und vergoldete Chorschranke, die das Schiff der Kapelle von Altarraum trennt. Zur Einweihungsfeier, die am 06. November 1907 stattfand, kamen viele Abordnungen aus Schweden. Unter anderem nahmen auch Vertretungen der schwedischen Regimenter an den Feierlichkeiten teil. Zirka 20 000 Menschen und Abgesandte aller deutscher Fürstentümer besuchten dieses Ereignis.
Zur Verwaltung der Gedenkstätte errichtete man ein Wärterhaus mit Wohnung für den Kustos (Wärter). In diesem kleinen Museum sollten alle zur Kapelle gehörigen Dokumente aufbewahrt werden. Ein Blockhaus, errichte in schwedischen Stil, hat ein schwedischer Wächter mit seiner Familie übernommen. Die Familie Svenson lebte von 1932 bis 1961 in diesem Häuschen.
Zur Erweiterung der Anlage wurde 1982 ein zweites original schwedisches Blockhaus aufgestellt. Darin befindet sich die Ausstellung von Gustav Adolf und seiner Schlacht.
Vom November 1993 bis April 1994 wurde das Museum, in einem der schwedischen Blockhäuser, durch erfahrene schwedische Historiker neu gestaltet.
Auch heute noch wird diese Gedenkstätte von historisch interessierten Touristen besucht. Im daneben liegenden Martzsch - Park, der als Erholungsziel bekannt ist, kann jeder Entspannung und Erholung finden.
| Öffnungszeiten Gustav-Adolf-Gedenkstätte | |
| Montag | geschlossen |
| Dienstag - Sonntag | 9:30 - 12:30 Uhr 14:30 - 17:00 Uhr |
| Führungen nach Anmeldung möglich Tel.: +49 (0)34444 20317 | |
| Anschrift Gustav-Adolf-Straße 42 06686 Lützen | |








