Schloss Lützen
Eine Tafel über dem Schlosstor, auf dem sich ein bischöfliches und herzoglich - sächsisches Wappen befindet,
berichtet darüber, dass das Schloss 1252 erbaut wurde. Die Grundsteinlegung erfolgte unter dem Merseburger Bischof Heinrich von Ammandorf
zu einer romanischen Zollburg mit Wassergraben. Mitte des 14. Jahrhunderts ließ Gebhard von Schraplau (Bischof von 1324-1341) die Burg zum
Schloss ausbauen.Das Schloss, welches heute als Museum genutzt wird, steht auf eichenen Pfahlrosten und diente dem Bistum Merseburg bis zur Säkularisation als Unterkunft für die Bischöfe, die vorbeizogen. Im Jahre 1347 wurde eine bischöfliche Kapelle im Schloss erstmals erwähnt.
Das Schloss wurde nicht nur als Wohnung, Unterschlupf bei Sturm und bei Verwüstung genutzt, sondern auch als Gefängnis. So wurde 1417 zum Beispiel der Graf Bernhard von Reinstein hier gefangengehalten. Er hatte mit Burghard, dem Fürsten von Anhalt, das Stift Merseburg verwüstet, während der Bischof Nikolaus auf der Kirchenversammlung zu Konstanz war. Am 29.Oktober 1417 befanden sich beide mit ihren Anhängern in einem Kampf bei Merseburg von dem Hauptmann des Stifts mit Hilfe von Bürgern und Bauern des Bistums geschlagen und gefangengenommen wurden.
1538 lässt Bischof Sigismund von Lindenau umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen. Das Wasserschloss zeigte nun Stilelemente der Frührenaissance. Auf der Ostseite des Gebäudes findet man die Reliefbilder Johannes des Täufers (Lamm) und des Laurentius (Rost) der Schutzheiligen des Bistums. Zwischen den beiden Bildern befindet sich das Wappen des Merseburger Bischofs Sigmund von Lindenau.
Ein weiterer Bauherr war Johann Georg I. , worauf einst eine Inschrift über dem Portal hingewiesen hat. Unter ihm erhielt der Turm 1592 seine bis heute unveränderte Form. Er bewohnte das Schloss 1613 und 1614. Vom 04. - 06.11.1632 wurde das Schloss als Hauptquartier Wallensteins genutzt. Am Tage der Schlacht wurde ein Teil der Lützner Bürger in die Gewölbe gesperrt, um zu verhindern, dass diese den Stadtbrand zu löschen versuchten. Christian I. , der erste Herzog von Sachsen - Merseburg, baute das Schloss 1687 so um, dass es als das schönste seiner Schlösser galt.
Nach der Schlacht bei Großgörschen am 02.05.1813 richtete man im Schloss ein Lazarett ein und danach nutze man das Gebäude als Gerichtsarchiv. Im Jahre 1815 wurde das Schloss Eigentum des Königreiches Preussen. Als man das Bauwerk 1825 für 1000 Taler an den Gastwirt August Patzschke aus Lützen verkaufte, ließ dieser das obere Stockwerk mit seinen Erkern und den Kupferdach abtragen. Den Graben und die Bogenbrücke wurden zugeschüttet und das Kupfer hat er verkauft.
Seit 1884 gehört das Schloss der Stadt. Lützen kaufte es vom Leipziger Kaufmann Houchet zur kommunalen Nutzung. Der Kaufmann wollte auf dem Schlossgelände ein "Fabrik-Etablissement" errichten lassen. Seit 1884 beherbergte das Schloss Schul- und Vereinsräume. Daneben wurde es von der katholischen Kirche St. Viti sowie zu Wohn- und Lagerzwecken genutzt.
Bei den Sanierungsarbeiten 1885 fand man eine gut erhaltene romanische Säule. Die Säule, welche als Träger von zwei, früher wahrscheinlich offenen Bögen im Schlosshof diente, stammte aus dem 13. Jahrhundert. Ihr Sockel und das schöne Kapitell sind je 50 cm hoch, der Schaft 1,5 m.
Der Lützener Heimatverein, welcher 1928 gegründet wurde, bekam 2 Räume zur Einrichtung eines kleinen Museums. Nach dem 2. Weltkrieg wurden im Schloss Aussiedler beherbergt. Neben Schulräumen waren noch Werkräume, Schulküche, zeitweise Jugendklub und Internat im Haus vorhanden. In den Jahren 1991-1995 fand eine umfassende Sanierung des, in seiner früheren Schönheit noch erhaltenen, 43 m hohem Schlossturmes statt. Seit dem ist dessen Besteigung wieder möglich.
| Daten zur Geschichte des Schlosses | |
| 1252 | Errichtet als Burg des Merseburger Bischofs |
| 1323 | Ausbau der Burg und zeitweilige Nutzung als Sommerresidenz |
| 1538 | Unter Bischof Sigismund von Lindenau als Wasserschloss umgebaut |
| 1825 | Erwerb durch private Käufer |
| 1884 | Das Gebäude soll als Rathaus umgebaut werden Pläne werden nicht realisiert |
| 1928 | Unterbringung des Museums im Schloss |
| 1981 | Beginn der umfassenden schrittweisen Rekonstruktion |








